Interview Sandra Wellnitz, Ausbildungsberaterin bei der IHK Neubrandenburg
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„Wer sich anstrengt, hat auch gute Chancen“
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Neubrandenburg. Der Ausbildungsmarkt verändert sich, es gibt immer weniger Schulabgänger und damit Bewerber. Wie stellen sich Betriebe und Lehrstellensuchende darauf ein? Marina Spreemann sprach mit Sandra Wellnitz, Ausbildungsberaterin bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Neubrandenburg, über ihre Erfahrungen.
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Sandra
Wellnitz
Foto: ihk |
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Wird es für die Schulabgänger durch die demografische Entwicklung leichter, eine Lehrstelle zu finden?
Für die Bewerber wird es tatsächlich einfacher. Allerdings nur, wenn sie sich wirklich anstrengen und den Anforderungen der Unternehmer gerecht werden. Und dabei kommt es nicht allein auf das Zeugnis an. Solche Eigenschaften wie Sauberkeit, Pünktlichkeit, Freundlichkeit, Eigenverantwortung rücken immer mehr in den Mittelpunkt. In manchen Branchen wie der Gastronomie ist der Rückgang der Bewerberzahlen enorm.
Haben Sie beobachtet, dass die Unternehmer ihre Anforderungen herunterschrauben, um ihre Lehrstellen besetzen zu können?
Das sieht im Moment nicht so aus. Die wirtschaftliche Situation lässt das gar nicht zu, schließlich müssen sich die Betriebe auf immer härter werdenden Märkten behaupten. Sie stellen nicht junge Leute ein, um jemanden einzustellen. Wer keinen geeigneten Kandidaten findet, sagt eher: Dann versuche ich es im nächsten Jahr noch mal.
In vielen Betrieben der Region wird über die schlechte Qualität der Bewerber geklagt ...
Wir haben einige sehr gute Schulabgänger und ein großes Mittelmaß. Ausbildung ist immer mehr nicht nur die Vermittlung von Kenntnissen, sondern auch viel erzieherische Arbeit.
Müssten sich nicht auch die Firmen etwas einfallen lassen, um die besten jungen Leute auf ihre Angebote aufmerksam zu machen?
Na klar, das müssen sie. Viele Unternehmen fangen zum Beispiel sehr früh an, ihre Lehrstellen auszuschreiben, um die besten Schulabgänger zu bekommen. Ratsam ist es sicher, künftig die ausgewählten Bewerber, die im Spätsommer eine Lehre beginnen sollen, frühzeitig an die Firma zu binden. Manche Firmen verschicken Zeitschriften, Fotos und E-Mails, um die jungen Leute an sich zu binden. Bei solcher Kontaktpflege wird die Gefahr geringer, dass die Jugendlichen doch noch „abspringen“ und sich für eine andere Lehrstelle entscheiden. Ich kenne auch Beispiele, da werden ältere Lehrlinge einbezogen, die dann die Neuen per E-Mail begrüßen. Tolle Idee. Immer mehr Unternehmen sind auch in Schulen unterwegs, um sich vorzustellen.
Wie schätzen Sie die Ausbildungsbereitschaft ein?
Auch wenn viele Unternehmer wegen der Bewerbersituation skeptisch sind, hören sie nicht auf auszubilden. Das geht gar nicht, denn Berufsnachwuchs wird in vielen Branchen und Betrieben dringend gebraucht.
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Zwei für alle
Ausbildungsberaterin Sandra Wellnitz und ihr Kollege Hartmut Wolff von der Industrie- und Handelskammer Neubrandenburg „sind für alle an Ausbildung Beteiligten da“, wie sie sagen. Für die Betriebe und Ausbilder, aber ebenso für Lehrlinge und Eltern nach Abschluss des Ausbildungsvertrages. Zu ihren Aufgaben gehört nach eigenen Angaben festzustellen, ob Betriebe für die Ausbildung geeignet sind. Sie beraten Ausbilder zu Inhalten und Verordnungen. Ihre Themen sind zudem Förderprogramme, Rechte und Pflichten aus den Lehrverträgen sowie der Kontakt zu Bildungsträgern und Praktikumsbetrieben. Außerdem gehen die Lehrverträge in der Region über ihren Tisch, werden geprüft und abgestimmt. Neben den Ausbildungsberatern gibt es auch drei Prüfungsmitarbeiter. nk
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Quelle: Lehrstellenkurier, 24. Januar 2009
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