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Länderübergreifende Arbeit an Pralinen
Projektzeit. Deutsche und polnische Lehrlinge lernen in Pasewalk regelmäßig für eine Woche zusammen.

Pasewalk (msp). „Die Verständigung klappt schon“, ist sich Fachlehrer Frank Buchholz, stellvertretender Leiter der beruflichen Schule des Uecker-Randow-Kreises sicher. Oftmals nehmen die Lehrlinge Hände und Füße zu Hilfe. Und einige Brocken der jeweils fremden Sprache schnappen sie auch schnell auf. In Notfällen helfe ein Dolmetscher, der könne aber eben nicht gleichzeitig überall sein, sagt Buchholz, der angehende Konditoren unterrichtet. Für einen Polnisch-Kurs gebe es derzeit leider nicht den finanziellen Spielraum.

Polnische und deutsche Konditor-Lehrlinge
erfahren bei einem Seminar mit dem
Backmittelhersteller Kessko viel über
die Pralinen-Herstellung.
Foto: Marina Spreemann
Gerade haben sieben Schüler des zweiten und dritten Lehrjahres von der Zespol Szkol Nr. 6, einer beruflichen Schulen für Gastronomie, in Szczecin (Stettin) und 16 junge Leute aus dem ersten Lehrjahr an der Pasewalker Berufsschule eine gemeinsame Projektwoche erlebt. Seit zweieinhalb Jahren gebe es dieses Angebot. „Wir greifen Gebiete der Ausbildung auf und entwickeln Themen, die von den jungen Leuten gemeinsam bearbeitet werden“, berichtet der Fachlehrer.

Diesmal hieß es, aus Marzipan und Zucker eine Naturlandschaft auf einer Platte von 40 mal 60 Zentimeter Größe zu gestalten. Als Themen zählt er auch die Herstellung von Pralinen und Eis auf sowie die Arbeit mit Marzipan. Zum Programm gehören ebenso Betriebsbesuche und Sportangebote.

„Wir haben schon länger eine Partnerschule im ökonomischen Bereich. Für die Gastronomie haben wir dann auch gezielt gesucht, um die Grenznähe für uns zu nutzen. Schließlich entwicklt sich auch der Tourismus grenzübergreifend“, sagt Buchholz und berichtet, dass die Schule seit März auch den Titel Europaschule trage. Unterstützt werde die Zusammenarbeit von der Pomerania, dem deutsch-polnischen Jugendwerk und dem Allgemeinen Unternehmensverband in Neubrandenburg.

Ziel sei es, die deutsch-polnische Zeit auszudehnen auf zwei bis drei Wochen. „Das muss allerdings finanziell gesichert werden.“ Eine weitere Hürde seien die sehr verschiedenen Bildungssysteme. So stünden etwa für die in der Regel jüngeren polnischen Berufsschüler auch immer noch Fächer wie Physik oder Biologie im Stundenplan.

Vom „grenzübergreifenden Lernen“ profitierten die Auszubildenden auf jeden Fall, ist sich Buchholz sicher. „Die polnische Konditorei hat viele eigene interessante Rezepturen und ist sehr hochwertig. Da können unsere Schüler viele Anregungen für die Zukunft finden“, meint er. Außerdem entwickle sich die Wirtschaft in der Region so, dass es künftig sicher auch interessant werde, als Deutscher in Polen zu arbeiten. Und ihm selbst gehe es immer darum, Offenheit für andere Kulturen zu schaffen, sagt Buchholz.

Quelle: Nordkurier, 27. April 2009
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