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Ueberzeugen
Verhalten in der Öffentlichkeit:

Fangen wir mit dem Grüßen an.

Kannst du dir vorstellen, warum sich Leute die Hände geben?

Entstanden ist dieser Brauch in ganz frühen Zeiten, als die Menschen oft noch bewaffnet unterwegs und sich nicht immer freundlich gesonnen waren. Wollte man zeigen, dass man in friedlicher Absicht gekommen war, zeigte man die leere Hand, also ohne Waffe. Aus dieser Zeit stammt auch der Brauch, dass die Herren bei der Begrüßung den Hut ziehen.
Heute ist es höflich, wenn junge Leute bei der Begrüßung die Baseballkappe abnehmen, zumindest wenn sie sich in einem geschlossenen Raum befinden. Der Ältere reicht dem Jüngeren die Hand, der Chef dem Azubi, die Dame dem Herrn. Wenn man dir keine Hand reicht, dann schaust du dein Gegenüber an und grüßt einfach nur freundlich, und zwar ohne Hände in der Hosentasche und ohne Kaugummi im Mund. Grundsätzlich grüßt man immer, wenn man jemanden trifft, den man kennt – auch beim Bäcker oder Metzger – möglichst mit Namen. Bei Einladungen von der Familie deiner Freunde oder in einem kleinen Kreis grüßt du auch die dir Unbekannten. "Hallo" ist unter jungen Leuten üblich, aber Vorgesetzte, Lehrer oder ältere Menschen hören gern "Guten Tag" oder "Auf Wiedersehen".
Aus südlichen Ländern sind andere Grußformen zu uns gekommen, die besonders bei jungen Leuten und inzwischen auch bei guten Freunden und Bekannten beliebt sind. Bei dieser Wange-an-Wange-Form des Grußes hält man ein bisschen Abstand, man umarmt sich im Allgemeinen nicht.
Beim Einkaufen im Supermarkt kennst du vielleicht den Herrn an der Kasse und nickst ihm deshalb freundlich grüßend zu, sonst erwartet niemand einen Gruß. Wenn du siehst, dass jemand schwer bepackt mit Einkaufstüten versucht eine Tür zu öffnen, dann solltest du ungefragt helfen und die Tür aufhalten. Es ist ein kleiner Handgriff für dich, der den anderen erfreut. Deine Augen sind hier zum Anschauen da und nicht deine Hände. Beim Anprobieren hinterlasse Ware und Kabine so, wie du sie vorfinden möchtest. Drängle nicht an der Kasse oder am Packtisch - muss es erwähnt werden? Es ist keine Mutprobe oder lustiger Wettkampf, wenn du etwas unbezahlt mitgehen lässt. Es ist Diebstahl und kann höchst peinlich werden, wenn du mit hochrotem Kopf von der Polizei quer durch den Laden abgeführt wirst.
Der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen ist ein Lächeln. Alte Weisheit

Im Kino und bei Veranstaltungen ...

... denke immer, dass du höflich Platz machst, wenn jemand an dir vorbei zu seinem Sitz möchte. Reihst du dich ein, so gehe an den bereits Sitzenden "von Angesicht zu Angesicht" vorbei, vermeide, zu spät zu kommen.Pünktlichkeit ist eine Tugend, die zeigt, dass du deine Mitmenschen achtest. Deine Jacke oder deinen Mantel kannst du im Kino auf einen freien Sitz legen, im Theater oder Konzert gibst du sie an der Garderobe ab. Im Kino werden oft Getränke und Popcorn verkauft, die du bitte geräuschlos verzehren solltest. Abfall gehört nicht in den Kinosaal. Im Theater und Konzert wird nichts gegessen, es geht etwas feiner zu, was du durch deine Kleidung auch zeigst. Nimm Rücksicht auf die anderen, und wenn du unbedingt sprechen musst, dann flüstere nur.

Wenn du mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bist ...

... weißt du natürlich, dass du wie jeder einen Sitzplatz belegen kannst. Aber wenn alles besetzt ist und weitere Fahrgäste einsteigen? Es ist sehr höflich und rücksichtsvoll, wenn du freiwillig aufstehst und deinen Platz älteren oder beladenen Menschen anbietest. Es wird dich auch erfreuen, wenn man dir dankbar zulächelt. Schwarzfahren ist tabu! Zwar liebst du deinen Walkman mit seiner lauten Musik, aber nicht in der Straßenbahn oder im Zug. Stell die Musik so ein, dass nur du sie hören kannst. Deine ungültige Fahrkarte und deine sonstigen Abfälle gehören in einen Abfalleimer. Wenn du mit Freunden unterwegs bist, merkst du oft gar nicht, wie laut ihr euch unterhaltet. Manchmal ist es ganz einfach, einen Mitfahrenden zu fragen: "Stören wir Sie?" Dann sieht man, dass ihr rücksichtsvoll sein wollt und schon wieder ein freundlicher dankbarer Blick! Steigst du in einen Zug oder in ein Flugzeug, zeugt es von Höflichkeit, wenn du deinen unbekannten Nachbarn begrüßt und dich beim Aussteigen auch wieder verabschiedest.

Kurzfassung:

1. Beim Begrüßen schaue dein Gegenüber freundlich an, verstecke die Hände nicht in der Hosentasche.
2. Freunde und junge Leute kannst du mit "Hallo" begrüßen, Vorgesetzte, Lehrer und ältere Menschen begrüße mit "Guten Tag".
3. Im Kino und bei Veranstaltungen sei pünktlich, verhalte dich rücksichtsvoll und störe niemanden durch laute Unterhaltung oder gar durch geräuschvolles Essen und Trinken.
4. Beim Einkaufen drängle nicht an der Kasse, sei hilfsbereit gegenüber Menschen, die schwer bepackt sind und wirf weder Papier noch sonstigen Abfall einfach auf den Boden.
5. In öffentlichen Verkehrsmitteln biete deinen Platz älteren und gehbehinderten Menschen mit einem freundlichen Blick an.
Quelle: „Knigge heute – für junge Leute“, Initiative für Beschäftigung!
Netzwerk Metropolregion Rhein-Neckar (Hrsg.), 3. Auflage 2006.
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© Lehrstellenkurier.de am 07.02.2012