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Köchin aus Leidenschaft

Ausbilderin Monika Sylvester mit Frank Carnon
aus dem dritten Lehrjahr in der Hotelküche
Foto: Udo Zander
Ausbilderin. Monika Sylvester gibt ihre Erfahrungen, Kenntnisse und Tricks an die Nachwuchsköche weiter.

Von Marina Spreemann

Neubrandenburg. Monika Sylvesters Filettöpfchen ist ein Renner. Zwei Monteure aus Bayern, die im Neubrandenburger Hotel „Horizont“ nächtigten, verlangten fast jeden Abend danach. Und am Ende baten sie die Küchenchefin um das Rezept. „Natürlich habe ich es rausgegeben“, erzählt Monika Sylvester und strahlt. Kochen ist für sie nicht nur ein Job, sondern eine Leidenschaft. Und diese Begeisterung möchte sie weiterreichen an den Berufsnachwuchs. Die 63-Jährige ist in dem Hotel auch Ausbilderin.

„Ich habe damals mit 14, 15 Jahren mit der Lehre angefangen und immer in der Gastronomie gearbeitet“, berichtet sie. Seit 17 Jahren kocht sie im Restaurant des Hotels „Horizont“. Bald, sie war so Mitte 40, bekam Monika Sylvester das Angebot, auch als Ausbilderin tätig zu werden. Ihre langjährige Berufserfahrung war gefragt. „Ich mache auch gern mal was Neues“, sagt sie.

Seither sind es im Schnitt etwa drei Kochlehrlinge aus dem eigenen Haus und von Partnern, um die sie sich kümmert. Sie zeigt den Jugendlichen ihre Tricks und Kniffe beim Gemüseschneiden oder Fleischanbraten.
Foto: Udo Zander
Natürlich motiviere es die jungen Leute nicht, wenn „sie nur an der Abwäsche stehen müssten“. Aufräumen und Reinigen gehören sicher zur Arbeit. „Aber am liebsten stehen die jungen Leute am Herd. Die Lehrlinge im dritten Jahr lasse ich auch mal allein machen, schaue zu und kontrolliere“, erzählt die Ausbilderin, die zum Jahresende in Rente gehen wird.

Die Arbeit mit den Jugendlichen bereite ihr viel Spaß. Aber, wenn es nötig sei, könne sie auch mal mit der Faust auf den Tisch hauen, sagt die freundliche Frau. Das passe schon. „Viele ehemalige Lehrlinge schauen noch ab und zu mal rein, berichten, was so aus ihnen geworden ist“, freut sie sich. „Ein junger Mann, der heute in Hannover arbeitet, hat sogar hier bei uns seine Hochzeit gefeiert.“

Für sie ist es das Größte, wenn den Gästen ihr Essen schmeckt. „Zufriedene Kunden sind wichtig“, meint Monika Sylvester. „Es ist toll, ein Lob zu bekommen.“

Traurig macht es die Ausbilderin, dass immer weniger junge Leute die Leidenschaft für den Beruf entwickeln. „So habe ich es über die Jahre beobachtet“, beklagt sie. „Ich kann nicht verstehen, warum sich viele scheuen, an Wochenenden oder Feiertagen zu arbeiten. Das ist nun mal so in der Gastronomie. Und wenn ich meinen Berufe liebe, ist das kein Problem“, sagt sie.

Durch die langjährige Arbeit als Ausbilder erkenne sie sofort, wer Lust und Liebe für das Kochen mitbringt. Das sei das Wichtigste bei einem Bewerber, der natürlich zudem handwerkliche Fähigkeiten, einen guten Geschmackssinn und eine ordentliche körperliche Konstitution brauche. „Ohne Stehvermögen geht nichts“, sagt Monika Sylvester.

Quelle: Lehrstellenkurier, 24. Januar 2009
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